Dienstag, 6. Dezember 2016

Reben pflanzen



Wann ist die richtige Pflanzzeit?

Die übliche Pflanzzeit für Jungreben liegt zwischen Ende März und Ende Mai.
Da die Reben recht schnell austreiben können und Spätfrost den Austrieb gefährden kann, raten wir bei uns in Tirol erst ab Ende April die Reben zu pflanzen.
Ein Spätfrost würde den jungen Trieb komplett schädigen und die Rebe wäre gezwungen neuerlich auszutreiben, was im Endeffekt der Rebe nicht gut tut und auch eine große zeitliche Verzögerung bedeutet.


Welche Vorbereitungen soll ich machen?

Der Boden sollte rechtzeitig, am besten noch im Winter, tief umgegraben (rigolt) werden. In mageren Böden empfiehlt sich schon im Herbst, vor dem Umgraben, eine breit gestreute Vorratsdüngung.
Bodenanalysen können die fehlenden Nährstoffe nachweisen.

Reben mögen keine staunassen Böden, ebenso sind sie sehr sensibel
auf zu hohe Salzgehalte im Boden (kann durch Überdüngung oder
durch gewisse Torfsubstrate entstehen).
Toxisch auf die Wurzeln wirken hohe Gehalte an Schwermetallen (z.B.
Kupfer) oder die Gärgase (Ethylen) von unterirdisch verrottendem
Kompost.

Speziell im ersten Standjahr darf 50 cm rund um die Jungrebe keine
weitere Pflanze konkurrenzzieren. Da die Rebe im Frühjahr erst spät,
später als fast alle anderen Pflanzen, mit dem Hauptwurzelwachstum
beginnt, würde sie durch die anderen Pflanzen schnell verdrängt.
Vor der Pflanzung werden die Rebstecken gesteckt, mit dem Aufbau
des Drahtrahmens kann bis zum zweiten Standjahr gewartet werden.


Wie müssen die Reben gepflanzt werden?

Jungpflanzen in der Winterruhe können einige Tage in der Originalverpackung an einem kühlen, vor Sonnenlicht geschützten Ort aufbewahrt werden.

Nach der Entnahme aus der Verpackung sind die Jungpflanzen vor dem Austrocknen zu schützen. Wir empfehlen, sie einige Stunden in frisches Wasser zu stellen.
In das genügend große Pflanzloch (ca. 25 x 25 x 30 cm) gibt man
etwas gute Gartenerde. Die Wurzeln der Rebe schneidet man auf eine
Handbreite (7-8 cm) zurück und stellt sie, die Wurzeln rundum verteilt,
leicht schräg in das Pflanzloch. 
Bereits jetzt sollte man einen dünnen Pflanzstab von ca. 80 cm - 1m Länge dazustecken, denn nach auffüllen der Erde könnte man die Wurzeln verletzen.
Mit feiner Erde die Wurzeln zudecken und gut andrücken. Bevor das Loch ganz aufgefüllt wird, mit einigen Litern Wasser gut einschwemmen. Etwas warten und nun die restliche Erde darauf geben und nochmals mit dem Fuß andrücken.
Dünger bei der Pflanzung ist nicht nötig, die Wurzeln könnten unter Umständen sogar Schaden nehmen.

Die Veredelungsstelle ist mit einer Wachsschicht überzogen, diese darf man auf keinen Fall entfernen.

 
Wichtig:
Die Veredlungsstelle muss sich ca. 8 cm über dem späteren
Bodenniveau befinden, damit das Edelreis keine Wurzeln schlägt und
die Veredlungsstelle in der Sommerhitze von der Abstrahlungswärme
des Bodens oder der Wand nicht geschädigt wird.

Je nach Witterung treiben die Reben 1-2 Wochen nach der Pflanzung aus.
Aus dem Knoten der Veredelungsstelle brechen durch die Wachsschicht hindurch meist 5-6 Triebe.
Die jungen Triebe sind empfindlich und können leicht abbrechen, deshalb sorgsam mit der Rebe umgehen.


Die Pflege im ersten Jahr

Haben die Triebe eine Länge von 7 - 10 cm erreicht, so lässt man nur einen Trieb,
den kräftigsten senkrechten Trieb, stehen. Im Normalfall werden die restlichen ganz entfernt, in sehr heißen Lagen mit steinigen oder leichten Böden sollten die übrigen Triebe bei ca. 10 cm verzwickt werden (Triebspitzen entfernen); die verbleibenden Blätter am Haupttrieb dienen dann als Sonnenschutz für die Veredlungsstelle.
Den Haupttrieb darf man nicht kürzen, allfällige Träubchen bricht man jedoch
am besten ab.
Die Rebe lässt man nun im 1. Jahr einfach gerade nach oben durchwachsen.
Dazu bindet man die Rebe am Pflanzstock an.

Ende Mai bis Mitte September werden mehltauanfällige Edelsorten regelmäßig mit organischen Mitteln gegen Echten und Falschen Mehltau geschützt.

Wachstumsfördernd wirken Ende Juni/Anfang Juli Stickstoffgaben von
etwa 30 g Kalksalpeter oder etwa 20 g Harnstoff rund um den Stock.

Hacken Sie regelmäßig, so erhalten Sie die Bodenfeuchtigkeit und
hindern Unkräuter am Aufkeimen. Die Rebe beginnt erst sehr spät mit
dem Hauptwurzelwachstum, zu gewissen Zeiten hat sie im Verhältnis
zur Wasseraufnahmefähigkeit der Wurzeln eine eher zu große Blattoberfläche. Geben Sie daher regelmäßig Wasser, wenn auch noch
kein Wassermangel sichtbar ist. Jungreben, welche einmal einen
Wasserstress erlitten haben, werden im Wuchs stark gebremst.
Zur Vermeidung von Winterfrostschäden werden Jungreben im ersten
Winter bis einige Zentimeter über die Veredlungsstelle „angehäufelt“.

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